Der Autor der Akaziensamen und andere Auszüge aus dem „Journal der Gesellschaft für Therolinguistik“ (1974) Ursula K. Le Guin AUTHOR OF ACACIA SEEDS

Haben Tiere eine eigene Literatur, die die Erforschung lohnt? Wale singen, Delphine haben zahllose Klick-, Fiep- und Quietschlaute – eine Form der Lyrik? Ein erster Hinweis, dass auch unter Ameisen Literatur nicht unbekannt ist, wurde auf einer Reihe von Akaziensamen am Rande eines Ameisenhaufens entdeckt.
Die Samen waren mit Zeichen bedeckt, doch diese Zeichen sind vieldeutig, und ihre Deutung muss auf die Ameisenexistenz angewandt werden. Die Botschaft lautet offenbar: „Fresst die Eier! Nieder mit der Königin!“ Ein Aufruf zur Revolution, kein Zweifel. Denn der Autorin, die neben den Samen gefunden wurde, war der Kopf abgebissen worden…
Wer weiß, was unter Adelie- und Kaiserpinguinen als Literatur gilt? Die Wissenschaft der Therologie spekuliert, weist aber die Idee zurück, dass auch Pflanzen… nein, einfach unvorstellbar. Obwohl – wenn man sich die Muster anschaut, die Flechten auf Steinen erzeugen, könnte man auf gewisse verschrobene Schlussfolgerungen verfallen.
http://buchwurm.org/ursula-k-le-guin-die-kompassrose-erzaehlungen/
LINK zum PDF der Kurzgeschichte von Ursula K. Le Guin